Halyč (Stadt)

Halyč (ukrain., russ. hist. Galič, poln. hist. Halicz)

Die historische Stadt H. lag am Fluss Lukva, einem Seitenfluss des Dnjestr, etwa 6 km nördlich der heutigen zum Gebiet Ivano-Frankivsʹk gehörenden Kleinstadt H. Erstmals erwähnt wird H. in der „Hypatius-Chronik“ des Jahres 1140, doch kann angenommen werden, dass die Siedlung schon lange vorher bestand. H. profitierte sehr von seiner geographischen Lage an einem Handelsweg von Kiew und aus dem Schwarzmeergebiet nach Krakau und weiter nach Mitteleuropa.

Im 12. Jh. wurde H. zuerst anstelle von Zvenigorod zum neuen Hauptsitz des Fürsten Volodimirko (Volodimir Volodarevyč) und erlebte in der zweiten Hälfte des 12. Jh. unter Fürst Jaroslav Osmomysl seine Hochblüte. 1199 machte Roman Mstislavič H. zum Hauptort des Fürstentums Galizien-Wolynien, woran sich auch unter Daniil Romanovič, der H. 1238 unter seine Kontrolle gebracht hatte, nichts änderte.

1241 wurde H. im Zuge der mongolischen Vorstöße nach Mitteleuropa ausgeplündert und niedergebrannt. Auf dem Hügel über Stadt wurde 1367 mit dem Bau einer Burg begonnen, die 1430 vom polnischen König Władysław II. Jagiełło an den moldauischen Woiwoden verpfändet wurde. 1658 wurde die Burg nach mehreren Versuchen endgültig von den Tataren zerstört. Ende des 19. Jh. zählte H., das an die Eisenbahnlinie Lemberg-Czernowitz-Iaşi angebunden wurde, rund 3500 Einwohner.

Kotliar M. 1998: Halyc’ko-Volyns’ka Rus’. Kiew. Kotliar N. 1985: Formirovanie territorii i vozniknovenie gorodov Galicko-volynskoi Rusi IX–XIII vv. Kiew. Pašuto V. T. 1950: Očerki po istorii galicko-volynskoj Rusi. Moskau.

(Marek Klatý)

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