Hel (Nehrung)

Hel (poln., Mierzeja Helski; dt. [hist.] Hela, ehem. auch: Putziger Nehrung; kaschub. Hél bzw. Hélskô Sztremlëzna; fälschlicherweise auch als Halbinsel, poln. Półwysep Helski, bezeichnet)

Die Nehrung H. befindet sich an der Ostsee und ragt etwa 34 km südöstlich in die Danziger Bucht hinein. Sie gehört landschaftlich zu Kaschubien und administrativ zur heutigen Woiwodschaft Pommern (poln. województwo Pomorskie). Die „Putziger Bucht“ (auch: „Putziger Wiek“, poln. Zatoka Pucka) trennt H. vom offenen Meer der Ostsee. Die Breite H.s liegt zwischen 100 m (bei Kuźnica) und 3 km (an der Spitze). Noch im 17. Jh. befand sich an dieser Stelle eine Inselkette. Die Nehrung ist durch die Wirkung der Meeresströmung und der Winde entstanden und inzwischen stark von Kiefernwäldern bedeckt. Die Dünen erreichen bei Chałupy eine Höhe von 23 m. Längst der Nehrung verbindet diese eine Bahnlinie mit dem Festland. In Jastarnia und an der Spitze bei der Stadt H. befinden sich zwei in der Historie, für die Schifffahrt der Ostsee und insbesondere für die in die Danziger Bucht einlaufenden Schiffe, wichtige Leuchttürme.

Die größte Ortschaft ist das gleichnamige Ostseebad H. (dt. hist. Hela, kaschub. Héla) mit 3956 Einwohnern (2005) und einem für H. wichtigen Fischerei- und Marinehafen. Weitere Ortschaften von touristischer Bedeutung sind Jastarnia (Heisternest/Jastarniô, 4032 Einwohner) mit Jurata und Kuźnica (Kußfeld/Kùsfeld) sowie das zu Władysławowo gehörende Chałupy (Ceynowa/Chalëpë). H. ist Teil des „Küstennahen Nationalparks“ (poln. Nadmorski Park Krajobrazowy).

H. ist v. a. aufgrund seiner militärstrategischen Bedeutung in die Geschichte eingegangen. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Nehrung Teil des sog. Polnischen Korridors. Zwischen dem 1.9. und dem 2.10.1939 verteidigten knapp 3000 polnische Soldaten die Halbinsel vor der einfallenden deutschen Wehrmacht. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde H. wiederum heftig durch etwa 50.000 deutsche Soldaten verteidigt, bis diese am 9.5.1945 kapitulierten.

Ein bedeutender Teil der Bevölkerung H.s sind ethnische Kaschuben. H. ist, nachdem von 1945-90 teilweise militärisches Sperrgebiet, heute ein beliebtes touristisches Zentrum und beherbergt u. a. auch die Urlaubsresidenz des polnischen Präsidenten und ein Museum.

(Marcin M. Bobrowski)

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