Ratbod

Ratbod

R. wurde 828 durch den ostfränkischen König Ludwig den Deutschen als Markgraf der östlichen Gebiete Bayerns, nämlich der Ostmark und der Karantanischen Mark eingesetzt, die eine wichtige Rolle beim Schutz vor den in Pannonien und Slawonien siedelnden Slawen spielten. Sein Verwaltungs- und Machtzentrum lag in Oberpannonien, dem Teil der Ostmark, wo sich seine Grafschaft befand. 833 empfing R. den Nitraer Fürsten Pribina, der durch die Mähren des Mojmír I. aus seiner Herrschaft vertrieben worden war. R. ließ Pribina vermutlich in Traismauer taufen und stellte ihn dem König vor.

838 vertrieb R. den slawonischen Fürsten Ratimir. Danach sind keine Nachrichten mehr über Feindseligkeiten zwischen den slawonischen Slawen und dem Ostfrankenreich überliefert. Wegen seiner Aktivitäten gegen Ludwig den Deutschen in Zusammenarbeit mit dem Fürsten Rostislav von Mähren wurde R. im Jahre 854 vom König seines Amtes enthoben.

Dümmler E. 1888: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Bd. 3. Leipzig. Mitterauer M. 1963: Karolingische Markgrafen im Südosten. Fränkische Reichsaristokratie und bayerischer Stammesadel im österreichischen Raum (= Archiv für Österreichische Geschichte 123). Wien. Wolfram H. (Hg.) 1979: Conversio Bagoariorum et Carantanorum: Das Weißbuch der Salzburger Kirche über die erfolgreiche Mission in Karantanien und Pannonien. Wien. Wolfram H. 1987: Die Geburt Mitteleuropas: Geschichte Österreichs vor seiner Entstehung 387–907. Wien.

(Marek Klatý)

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